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Training zu Hause mit Kurzhanteln und Matte — taugt so ein Kurskonzept?

Ich trainiere seit gut zwei Jahren ausschließlich zu Hause, aus zwei Gründen: Der Weg ins Studio hat mich mehr Zeit gekostet als das Training selbst, und mit zwei Kindern lässt sich ein fester Kurstermin schlecht planen. Was mir dabei am meisten fehlt, ist nicht die Ausrüstung, sondern eine Struktur.

Das Problem beim Heimtraining ist nämlich nicht der Platz. Man kommt mit erstaunlich wenig aus. Das Problem ist, dass man selbst entscheiden muss, was man heute macht, wie schwer, wie lange und wie oft. Und diese Entscheidung trifft man abends um halb neun eher selten optimal.

Ich habe deshalb angefangen, mir angeleitete Programme anzusehen statt einzelner Übungsvideos. Der Unterschied ist erheblich: Ein Video zeigt eine Übung, ein Programm sagt mir, wann ich sie mache und was in Woche vier daraus wird.

Aktueller Anlass für den Beitrag ist, dass seit heute, dem 30. Juli, eine neue Fassung von Size Zero verfügbar ist. Ich sage gleich dazu, dass ich sie nicht getestet habe — sie ist heute erst gestartet. Was mich daran interessiert hat, ist die Zuschneidung auf genau unser Szenario.

Es ist ein 70-Tage-Programm von Julian Zietlow, ausgelegt auf Training zu Hause. Benötigt werden laut Anbieter Kurzhanteln und eine Matte, mehr nicht. Die Einheiten dauern 30 bis 45 Minuten, was für mich das entscheidende Kriterium ist, weil alles darüber im Alltag realistisch nicht stattfindet.

Aufgebaut ist es über eine Web-App, in der die Videos liegen und in der man seine Fortschritte einträgt. Trainings- und Ernährungspläne wechseln wöchentlich, es gibt verschiedene Schwierigkeitsstufen von Anfänger bis Fortgeschritten und bei der Ernährung mehrere Ausrichtungen, darunter vegan und vegetarisch sowie Varianten für besondere Lebensphasen.

Dazu ein Hinweis, der mir wichtig ist: Wer schwanger ist, stillt, Vorerkrankungen hat oder lange nichts gemacht hat, sollte den Einstieg vorher ärztlich abklären. Das ist bei jedem Programm richtig und hat nichts mit dem Anbieter zu tun.

Was ich zum Thema Ergebnisse sage: Zeiträume wie zehn Wochen klingen konkret, sagen aber wenig darüber aus, was bei einer bestimmten Person passiert. Das hängt vom Ausgangspunkt ab, vom Alltag, vom Schlaf und davon, wie konsequent man dranbleibt. Was bei anderen gezeigt wird, ist deren Ergebnis und keine Zusage für einen selbst.

Für Heimtrainierende sehe ich trotzdem zwei konkrete Vorteile an so einem Format. Erstens die Anleitung zum Mitmachen statt reiner Übungsbeschreibung — bei mir hat sich die Ausführung dadurch messbar verbessert, weil ich mitgehe statt nachzumachen. Zweitens der feste Wochenplan, der mir die tägliche Entscheidung abnimmt.

Ein Nachteil, den man kennen sollte: Wer sehr spezielle Einschränkungen hat, etwa nach einer Operation oder mit chronischen Beschwerden, ist mit individueller Betreuung besser bedient als mit einem Standardplan, so gut der auch aufgebaut sein mag.

Offenlegung: Mein Link ist ein Partnerlink, bei einem Einstieg verdiene ich mit. Wer sich anschauen will, was enthalten ist, findet die Übersicht über Training, Ernährung und App hier. Ohne meinen Link kommt man über eine Suche nach dem Namen ans Ziel.

Was ich anderen Heimtrainierenden mitgeben würde: Investiert in verstellbare Kurzhanteln statt in mehrere feste Paare. Ich habe mir erst drei Paare gekauft und war nach zwei Monaten trotzdem an der Grenze. Verstellbare kosten mehr, halten aber deutlich länger mit.

Zweiter Punkt: Legt euch einen festen Platz zurecht, an dem die Sachen liegen bleiben können. Solange ich alles aus dem Schrank holen musste, ist das Training an genau dieser Hürde regelmäßig ausgefallen.

Dritter Punkt, den ich erst spät begriffen habe: Ein Wochenplan funktioniert nur, wenn die Einheiten fest im Kalender stehen wie ein Termin. Solange ich trainiert habe, wenn gerade Zeit war, ist es in vollen Wochen komplett ausgefallen. Seit die Einheiten eingetragen sind, verschiebe ich sie höchstens, statt sie zu streichen.

Frage in die Runde: Nutzt ihr angeleitete Programme oder stellt ihr euch euer Training selbst zusammen? Und falls ihr Programme nutzt — wie geht ihr damit um, wenn eine Einheit nicht in den Tag passt, nachholen oder auslassen?